Mo. bis Fr. 9:00 - 18:00 Uhr
03671 – 5262380

Prognose der Gaspreisentwicklung in 2019

Die Meldung in der Tagesschau war für viele Verbraucher ein Schlag ins Gesicht. 1,8 Millionen Haushalte sollen im kommenden Jahr mehr für ihre Gaslieferung bezahlen müssen. Zu dieser Erkenntnis kommt die Redaktion nach einem Blick auf die Preise der Gasversorger. Ende November hatten 244 von insgesamt 710 Anbietern die Preise erhöht bzw. angekündigt, dass sie noch bis zum Jahresende an der Preisschraube drehen werden. Im Schnitt gehen die Experten davon aus, dass sich der Gaspreis um 8,4 Prozent erhöhen wird. Umgerechnet bedeutet das: Werden in einem Einfamilienhaus 20.000 Kilowattstunden verbraucht, wird dieser Verbrauch künftig um 111 Euro teurer. Werden die Preise um 7,7 Prozent erhöht, macht das auf dem Konto 97 Euro an Mehrkosten aus.

 

Der Anstieg der Gaspreise ist regional unterschiedlich

Unterschiedlich hoch werden die Kosten auch mit Blick auf die verschiedenen Bundesländer ausfallen: Eine Preiserhöhung von 13 Prozent wird in Rheinland-Pfalz erwartet, 10,1 Prozent in Niedersachsen, 9,5 Prozent in Brandenburg sowie jeweils 9,2 Prozent im Saarland und in Sachsen-Anhalt und 9,1 Prozent in Baden-Württemberg. Weitestgehend verschont von der Preissteigerung bleiben hingegen nur die drei Stadtstaaten des Landes: Berlin, Bremen und Hamburg.

 

Das sind die Gründe für die Explosion der Gaspreise

Schuld an der Preisrakete sind vor allem die Einkaufspreise. Um 40 Prozent seien die Einfuhrpreise für Erdgas in die Höhe geschnellt – und das in nur zwei Jahren. Ein ähnliches Bild (einen Preisanstieg von 38 Prozent) zeigt auch ein Blick auf die Börsenpreise von Erdgas. Diese höheren Preise, die die Versorger aufbringen müssen, um Erdgas zu erhalten, geben sie an ihre Kunden weiter. Warum es allerdings überhaupt zu einer Preissteigerung beim Erdgas bekam, das kann kaum einer sagen. Zu vielfältig sind die Gründe, die dazu geführt haben. Die enge Koppelung an den Trendsetter am Energiemarkt, den Ölpreis, kann ein Grund sein. Die Trockenheit des Sommers 2018 kann ein anderer Grund sein, denn dadurch konnte nur noch wenig Kohle verschifft werden.

Grundsätzlich jedoch ist das geringe Erdgas-Vorkommen in Deutschland ein Grund für die steigenden Preise. Etwa 90 Prozent des benötigten Erdgases stammt aus dem Ausland. Russland, die Niederlande und Norwegen sind für Deutschland die größten Erdgaslieferanten. An dieser Stelle findet auch die Koppelung vom Ölpreis an den Gaspreis statt. Das heißt: Die enge Verbindung zwischen Ölpreis und Gaspreis wird bedingt durch ein Relikt der Vergangenheit (1960er Jahre). Zum großen Eklat kam es 2008/2009 als die Ölpreise in die Höhe schossen und die Preise für Erdgas stiegen. Die Folge: Der Bundesgerichtshof entschied, dass die sogenannte „ausschließliche Preisbindung“ nicht länger gelten solle. Das heißt: Nach wie vor beeinflusst der Ölpreis den Gaspreis, allerdings in deutlich geringerem Maße als noch in der Vergangenheit. Experten gehen von einem Einfluss von etwa 30 Prozent aus.

Darüber hinaus gibt es diese Komponenten, die den Gaspreis sinken bzw. steigen lassen:

  • Diese Faktoren lassen den Gaspreis steigen: Abhängigkeit von Importländern, Ölpreisbindung, Klima und Wetter.
  • Diese Faktoren lassen den Gaspreis sinken: Fracking öffnet den Markt für neue Anbieter, das Wirtschaftswachstum erfolgt in Maßen, das Überangebot trifft auf eine sinkende Nachfrage.

 

Ein Blick in die Vergangenheit: Seit wann steigt der Gaspreis?

Der letzte dokumentierte Anstieg des Gaspreises lag zwischen den Jahren 2000 und 2010. Anschließend sprechen Experten (der landläufigen Meinung alles werde teurer zum Trotz) von einer Preisstabilität bzw. wagen sie es sogar, von einem Abwärtstrend zwischen 2010 und 2018 zu sprechen. Für das Jahr 2013 und das Jahr 2017 gibt es Preise, die diese Entwicklung untermauern. Kostete die Kilowattstunde im Jahr 2013 noch 2,65 Cent, waren es im Jahr 2017 nur 1,70 Cent. Für diesen Preissturz war das größer werdende Angebot verantwortlich, denn die aktiven Erdgaslieferanten erhöhten ihre Kontingente und neue Lieferanten erschienen am Markt.

Minimal teurer wurden in den Jahren der Preisstabilität die Netzwerkentgelte, die binnen zehn Jahren von 1,2 Cent pro Kilowattstunde (2007) auf 1,5 Cent pro Kilowattstunde (2017) anstiegen. Bereits in dieser Phase konnten regionale Unterschiede beobachtet werden: Wer in den neuen Bundesländern wohnt, muss höhere Verbraucherpreise bezahlen. Günstiger ist der Verbrauch hingegen in den Großstädten. Das hat zwei Gründe: Die Infrastruktur ist gut und vorhanden. Zudem ist der Wettbewerb groß.

 

Verbrauchertipp: Vergleichen lohnt sich noch immer!

In den Zeiten günstiger Gaspreise wurden vor allem die Sparfüchse aktiv. Sie nutzten das Konkurrenzgehabe der Anbieter, um immer noch günstigere Konditionen zu erhaschen. Heute haben jene, die das Wechseln des Gasanbieters quasi „gewohnt“ sind, einen großen Vorteil: Sie wissen, wie der Gasvergleich funktioniert. Alle anderen werden es nun lernen, um den enormen Preisanstieg austarieren zu können. Das Prinzip hat sich dabei nicht verändert: Mit dem aktuellen Gasverbrauch in der Tasche wird das Vergleichsportal bemüht. Dort erscheint in der Regel auf den ersten Blick der neue Preis, der Anbieter sowie etwaige Bonusleistungen des Versorgers.

 

Abbildung 1: pixabay.com © Magnascan (CC0 Public Domain)

Jetzt beraten lassen!

Sie erreichen uns Mo. bis Fr. 9:00 - 18:00 Uhr

E-Mail Anrufen
Schliessen