Die regionalen Strompreise in Deutschland gehen immer weiter auseinander. Eine Analyse unseres Partners Verivox hat ergeben, dass der Preisabstand zwischen alten und neuen Bundesländern sich um rund 50 Prozent erhöht hat.

Am teuersten ist Strom sogar in den neuen Bundesländern, ganz vorn dabei Brandenburg. Durchschnittlich zahlt eine drei- bis vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von etwa 4.000 Kilowattstunden laut Verivox-Verbraucherpreisindex in den neuen Bundesländern heute 1.149 Euro im Jahr für Strom. In den alten sind es nur 1.104 Euro – eine Differenz von 45 Euro, welche vor einem Jahr noch bei etwa 29 Euro lag. Besonders hart trifft es die Einwohner von Brandenburg mit einer Spitzenlast von durchschnittlich 1.180 Euro pro Jahr. Im günstigsten Bundesland Bremen werden hingegen „nur“ 1.054 Euro für Strom fällig. In unserem Stromvergleich können Sie sich schnell selbst einen aktuellen Überblick für Ihre Region verschaffen.

Was ist der Grund dieser Preisschwankungen? Eine Ursache für die Strompreisunterschiede sind regional unterschiedlich hohe Netzentgelte. Diese machen übrigens rund ein viertel des gesamten Strompreises aus und sind von vielen Faktoren, wie z.B. Lage (Stadt oder Land) oder lokalen Investitionen in den Netzausbau abhängig.

„Die Energiewende ist eine der Ursachen für die regional unterschiedliche Kostenbelastung“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Sie macht sich auf der Stromrechnung nicht nur direkt durch die steigende Ökostromumlage bemerkbar, sondern auch durch höhere Netzgebühren. Denn Übertragungsnetzbetreiber müssen immer häufiger in die Netzregulierung eingreifen, zum Beispiel dann, wenn im Norden zu viel Windstrom in das Stromnetz fließt. Diese Stabilitätsmaßnahmen kosten Geld und treiben die Netzentgelte und damit die Stromkosten regional unterschiedlich in die Höhe.