Die meisten Deutschen nehmen sich erst dann Zeit für die Finanzplanung, wenn tatsächlich ein aktueller Anlass besteht. Dies kann ein geplanter Kauf sein oder aber persönliche Gründe, wie zum Beispiel ein Umzug oder ein Wechsel in einen neuen Job, bei dem weniger Gehalt gezahlt wird. Erst wenn Geld fehlt, wird darüber nachgedacht, wo man welches bekommen kann. Allerdings kann es sehr sinnvoll sein, sich regelmäßig die Zeit zu nehmen, die eigenen Finanzen auf den Prüfstand zu stellen.

Kreditvermittler helfen beim Vergleich

Heutzutage ist es für viele Menschen selbstverständlich, beim Neuabschluss eines Kredites die Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Am einfachsten geht dies z. B. mithilfe eines Kreditvermittlers. Dieser Dienstleister stellt gemeinsam mit dem Kunden ein Kreditkonzept auf und vergleicht dann für den Kunden unterschiedliche Bankangebote. Der Vorteil liegt hier klar beim Kunden: Handelt es sich um ganz einfache Situationen, braucht er nur bei dem Kreditvermittler ein paar Angaben zu machen und bekommt umgehend viele Angebote zum Vergleichen. Auch bei der Beantragung wird gern geholfen. Häufig ist die Sachlage jedoch nicht so einfach. Wenn besondere Umstände in der Familie bestehen, z. B. ein ungewöhnliches Arbeits- oder Wohnverhältnis, vielleicht auch bereits bestehende Schulden – hier ist vieles denkbar –, wissen viele gar nicht so genau, an wen sie sich wenden können. Häufig ist der erste Weg dann der zur Hausbank.

Vor- und Nachteile einer Anfrage bei der Hausbank

Auf den ersten Blick ist die Hausbank auch eine sehr gute Idee. Denn hier ist der Kunde bereits bekannt und Berater und Kreditnehmer kennen sich im besten Fall bereits viele Jahre. Doch was auf den ersten Blick ein Vorteil zu sein scheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen manchmal als Nachteil. So führt eine Bank für Kunden in der Regel auch ein internes Scoring durch. Die Einnahmen und Ausgaben auf dem Girokonto und das Kontoverhalten im Allgemeinen werden automatisch eingeschätzt und führen zu einer Bewertungszahl. Hat man also z. B. ungefragt das Girokonto überzogen und hat die Bank dies zugelassen, könnte das kundeneigene Scoring bereits gelitten haben. Solche Überziehungen sind im Rahmen einer bestimmten Grenze erlaubt. Allerdings dürfen dazu keine Mindestentgelte mehr erhoben werden. Infos dazu finden Sie z. B. bei der Verbraucherzentrale.

Ein schlechteres Scoring führt fast immer automatisch zu einer Kreditabsage oder zumindest zu einem schlechteren Zinssatz. Beides ist für den Kunden natürlich nicht von Vorteil. Doch angenommen, es handelt sich um einen Vorzeigekunden mit einer sehr guten Bonität. In diesem Fall könnte er bei seiner Hausbank von günstigeren Zinsen profitieren. Doch das bedeutet nicht zwingend, dass das Darlehen auch gewährt wird. Denn jede einzelne Bank hat auch eigene Vorschriften, was finanziert wird, welche Konditionen gewährt werden und ob Sicherheiten hinterlegt werden müssen. So gibt es Banken, die bei der Baufinanzierung grundsätzlich keine Fertighäuser finanzieren, andere Banken wollen bei einem Autokredit zwingend die Zulassungsbescheinigung II als Sicherheit und wieder andere bieten leider nur 60 Monate als längste Laufzeit an. Ein Kredit ist wie Schuhe: Nur weil die Größe stimmt, bedeutet das nicht, dass er auch bequem ist.

Geld sparen, geht das wirklich?

Wer die Angebote auf dem Kreditmarkt ein wenig im Auge hat, wird bereits festgestellt haben, dass Zinssätze sich ändern. Dies ist vor allem der Zinspolitik in Europa geschuldet. Um die Inflation zu steuern, wird der Leitzins von der EZB (Europäische Zentralbank) regelmäßig geprüft und neu festgelegt. Wer also in Zeiten mit hohem Leitzins einen Kredit abgeschlossen hat, hat in der Regel auch höhere Kreditzinsen zu zahlen. Hier kann ein Kreditvergleich durchaus dabei helfen, jede Menge Geld zu sparen. Denn was die meisten nicht wissen: Viele Kredite können jederzeit kostenfrei vollständig abgelöst werden. Doch auch wer diese Möglichkeit nicht im Kreditvertrag vereinbart hat, kann viel sparen, sofern es sich nicht um eine Immobilienfinanzierung während der Zinsbindungsfrist handelt. Denn der Gesetzgeber hat vorgesorgt und die Gebühren, die der Kreditgeber für eine vorzeitige Ablösung nehmen darf, auf 1% des restlichen Darlehensbetrages begrenzt. Hier kann man dann leicht vergleichen, ob sich das neue Darlehen inkl. Kosten für die Altablösung immer noch lohnt.

Doch selbst wenn ein Darlehen während der Niedrigzinsphase abgeschlossen wurde, sollte man eine Umschuldung prüfen. Denn die eigene Bonität und das stetig anwachsende Angebot der Banken und Sparkassen können sich laufend verändern. Und eine Anfrage beim Vermittler kostet nichts. Wurden beispielsweise die Daten bereits einmal dort hinterlegt, genügt häufig ein Anruf, um ein neues Angebot zu erhalten, oder zumindest für eine Einschätzung des Einsparpotenzials.

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